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Das G in Wifi steht für Genial

…oder für Google. Es wurde endlich Zeit, mal das Projekt Arbeitszimmer in unserer Wohnung anzugehen. Was ich als Webentwickler so alles brauche? Tisch, Stuhl, MacBook und Internet – Internet als Webentwickler, ja leeeeeck mich doch, Captain Obvious. Leider hat das niemand den, besser als jeder Tchibo-Taschenschirm abschirmenden Wänden, unserer Wohnung gesagt. Vom Router in der Wohnzimmer-Ecke kam nämlich, sobald ich massives Kerlchen mich nur schief hingesetzt habe, nichts mehr im Arbeitszimmer an. Aber die Lösung, die ich dann gefunden habe ist einfach UNGLAUBLICH – Google Wifi.

Von eigentlich 100 Mbit/s (von denen tatsächlich 97 Mbit/s bei mir ankommen, wenn Kabel Deutschland sich dazu entschließt mal einen Tag lang zu funktionieren ) kamen laut mehrerer Messungen so zwischen 10 und 20 Mbit/s im Arbeitszimmer an – was in der Realität aber letzten Endes Ladezeiten entsprach, die man sonst nur mit Handyempfang in einem feuchten Keller eines Atomschutzbunkers, der wiederum in einer alten Mine errichtet wurde, die wiederum dazu genutzt wurde um zum Erdkern zu bohren, vergleichen kann. Habe ich mich dann wirklich nur minimal auf dem Stuhl bewegt, war der Drops gelutscht und die Verbindung komplett weg. Was also tun? Es folgen: die Lösungsansätze.

Die Lösungsansätze

1.) Die furchtbar hässliche FritzBox auf einen erhöhten Platz stellen. Nachteil: die furchtbar hässliche FritzBox steht auf einem erhöhten Platz und schreit nach einem 3m Kabel quer durch den Raum, weil der Elektriker von damals beim Dosen-Legen wohl drei Bier zu viel hatte.

2.) Einen unzuverlässigen Scheiß-Repeater kaufen, über die jeder Mensch in meinem näheren Umfeld nur flucht.

3.) Einen Router von diversen Herstellern kaufen, der mit seinen 24 Antennen aussieht als wolle er und seine Roboter-Freunde gleich meinen Körper übernehmen und die Menschheit unterjochen (NEIN, bitte friss mich nicht!).

4.) Arbeiten wie die Pilgerväter mit Stift und Block.

Und als ich bei Amazon schon Stift und Block im Warenkorb hatte, erhellte Google mit einer Facebook-Anzeige meinen Tag: Google Wifi – jetzt auch in Deutschland verfügbar. Ohne nachzudenken habe ich also direkt das Doppel bestellt (zwei sind schließlich billiger als eins), um dann in wenigen Tagen mein eigenes Mesh-Network in einer 75qm Wohnung zu haben – Internet Overkill, nur Tschernobyl strahlt mehr.

Aber jetzt stehen sie hier. Zwei, in meinen Augen, sehr schön designte Produkte, die sich so einfach haben einrichten lassen, dass es schon fast unheimlich war. Das MUSS wirklich jeder hinbekommen, sonst sollte man ihm den Internetführerschein entziehen. Hier muss man dann auch keine zwei Hansels mit Wünschelrouten durch die Wohnung laufen lassen, um dann am Ende in doch keiner Ecke mehr WLAN zu haben und um alle Access Points nur über ein Windows-only Programm mit einem Interface von 1984 steuern zu können. Google hat mit Google Wifi zu 100% das vermaschte Netz (+1 für deutsche Übersetzungen) idiotensicher gemacht.

Und wie sollte es auch anders sein: die Einrichtung und die Steuerung läuft per App. Viele Einstellungsmöglichkeiten sollte man nicht erwarten, aber Gastzugang, LED-Helligkeit regeln, Netzwerke testen und weitere rudimentäre Features sind an Bord. Funk-Kanäle wechselt Google Wifi völlig automatisch, indem sich die Quad Core CPUs darum kümmern, dass immer auf dem am niedrigsten frequentierten Kanal gesendet wird.

Fazit

Ich habe volle 97 Mbit/s in meinem Arbeitszimmer, ohne mich stundenlang mit einem Setup rumplagen zu müssen. Nachdem ich in der App jetzt auch alle „Sende Analysedaten hier“ und „Lass Google von deinem seltsamen Interesse an Fidget Spinner Videos wissen“ Schalter deaktiviert habe ist auch das Datenschutz-Gewissen minimal beruhigt – auch wenn ich weiterhin davon ausgehe, dass Google sich sicher an meinem Surfverhalten erfreut. Wer aber eine einfache und intuitive Lösung sucht, dem kann ich Google Wifi, auch wenn es nicht gerade günstig ist, nur ans Herz legen.

Juli, 6th 2017